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Details zur Veranstaltung

02.02.2019

Franziskus Gymnasium auf Studienfahrt in Berlin

Gleich zu Beginn des Schuljahres verbrachte ein Teil der zwölften Jahrgangsstufe des Franziskus Gymnasiums fünf informative und abwechslungsreiche Tage in der Hauptstadt Berlin.

Noch am Ankunftstag lernten die Schülerinnen und Schüler Berlin Mitte auf einer Erkundungstour kennen; einmal zu Fuß und im Anschluss bei einer Bootstour. Schon am Folgetag stand der Besuch im Reichstagsgebäude an, wobei Staatssekretär Christian Lange (SPD) den Schülerinnen und Schülern bei einem Interview Rede und Antwort stand. So nah mit der Politik in Kontakt zu treten, führte zu spannenden Diskussionen über den ganzen Tag hinweg.

Einen Kontrast zur Perspektive der Politik, die die Gruppe im Bundestag erfahren hatte, bot der Verein Lobby Control bei einer Stadtführung durch das Regierungsviertel. Innerhalb eines Straßenzuges konnten die Sitze der Interessenvertretungen verschiedener Firmen und Organisationen ausfindig gemacht werden - darunter die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, genau wie Büros des Energiekonzerns „RWE“ und der Automobilindustrie. Rolle und Einfluss von Lobbying im Zusammenspiel mit der Politik wurden anschließend kritisch diskutiert.

Gerade einmal eine Straßenecke weiter zeigte Uwe als ehemaliger Obdachloser bei seiner Führung „Querstadtein“ eine ganz neue Perspektive auf. So entstand auf alternativen Wegen und abseits des üblichen Touristenrummels im Verlauf der Studienfahrt ein facettenreiches und buntes Bild der Hauptstadt.

Bei Besuchen im Pergamon Museum, der Alten Nationalgalerie sowie dem Spionagemuseum konnten die Schülerinnen und Schüler sich frei nach eigenem Interesse umschauen.

Neben der Politik stand auch Geschichte auf dem Stundenplan der Studienfahrt. Durch das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas zu gehen, brachte die Gruppe zum Nachdenken. Auch als das Stasi-Gefängnis Höhenschönhausen besichtigt wurde, vermittelten Zeitzeugen den Schülerinnen und Schülern sehr eindrücklich eine Idee von einer Zeit, die für Jugendliche heute Geschichte ist, während Eltern und Großeltern selbst den zweiten Weltkrieg und ein geteiltes Deutschland erlebt haben. Bei einer Fahrradtour wurden schließlich „damals“ und „heute“ wieder zusammengefügt, indem an zahlreichen Punkten quer durch Berlin sowohl geschichtliche als auch aktuelle Geschehnisse auf sehr lebendige Art erzählt wurden, was – wie das Programm der gesamten Studienfahrt – sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den begleitenden Lehrkräften viel Spaß bereitete.

In ihrer freien Zeit zog es die Schülerinnen und Schüler in die Szeneviertel Prenzlauer Berg und Kreuzberg. Ein Highlight der Woche war der Besuch der Theaterinszenierung „Der Verräter“ im Maxim Gorki Theater, in der die Zwiespalte einer heranwachsenden Generation zwischen Selbstfindung, weltweiten Krisen sowie Widersprüchen in Politik, Geschichte und Gesellschaft zum Ausdruck gebracht wurden. Für die Schülerinnen und Schüler ergab sich so ein Anlass, die Erlebnisse der Tage in Berlin Revue passieren zu lassen. Zugleich begannen Gespräche über die eigene Rolle in der Gesellschaft, welche die angehenden Abiturienten in absehbarer Zeit wohl selbst einnehmen werden.