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Details zur Veranstaltung

29.04.2019

Spannende Tage in Katalonien

Franziskus Gymnasium zu Gast an den katalanischen Partnerschulen

Kurze Zeit vor den Parlamentswahlen in Spanien am 28. April verbrachten 26 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Franziskus Gymnasiums zusammen mit den begleitenden Lehrkräften Luzie Welker, Sandra Dressel und Dieter Zeidler spannende Tage in Katalonien. Sie konnten in Alltag, Geschichte und Kultur erleben, wie das von der Frage nach der Unabhängigeit Kataloniens bestimmte politische Klima die Menschen beschäftigt.

Noch intensiver waren für die Jugendlichen aber die Erfahrungen mit den Austauschpartnern vor Ort. Die Mehrzahl der Ausflüge wurde gemeinsam mit den katalanischen Gastgebern unternommen, die aus einer Ordensschule in Sant Cugat im nördlichen Speckgürtel von Barcelona und aus einer staatlichen Schule in Sant Sadurní im katalanischen Weinanbaugebiet Penedès stammen. Bereits am ersten Tag gab es den heiß ersehnten Kontakt mit dem Mittelmeer im bekannten Badeort Sitges. Am Ende eines kleinen Stadtspiels versuchten die Jugendlichen in gemischten Kleingruppen, die Elemente des katalanischen Modernismus in den Bau einer modernistischen Sandburg einfließen zu lassen. In Sitges hatten sich etliche katalanische Künstler dieser Stilrichtung um das Jahr 1900 niedergelassen.

Das Wochenende in den Familien ermöglichte zum einen eine kleine Erholung von den starken ersten Eindrücken, zum anderen aber auch eine Intensivierung der persönlichen Kontakte. Über das begleitende Reisetagebuch hielten die Schülerinnen und Schüler diese Eindrücke fest und lernten ihre Gastfamilie genauer kennen. Der Wochenbeginn stand ganz im Zeichen des berühmten Architekten Gaudí und des katalanischen Modernismus. Bei wunderbarer Frühlingssonne konnten die Mutlanger Schülerinnen und Schüler die Prachtstraße Passeig de Gracia genießen und die Sagrada Familia auf sich wirken lassen.

In vielfacher Hinsicht der Höhepunkt des Austauschs war  der Besuch des Montserrat, des heiligen Berges der Katalanen. Wieder waren auch beide Gastgeberschulen mit von der Partie. Auf der Wanderung gab es viel Sprachaustausch auf spanisch, katalanisch, deutsch und englisch. Und nebenbei schafften alle die Besteigung des Gipfels Sant Jeroni und ließen sich auch durch Müdigkeit oder Erkältung nicht davon abhalten. Die nächste Besteigung in spannender Höhe war am nächsten Tag möglich. In Vilafranca del Penedés, am Ort der besten „Castellers“ der Welt, die die berühmten katalanischen Menschentürme bauen, fand eine Trainingseinheit mit dem beeindruckenden Cheftrainer dieser Gruppe statt. Außerdem war es der Gruppe möglich, an diesem Tag das berühmte Kloster in Sant Cugat bzw. die weltbekannte Sekttradition in Sant Sadurní genauer kennenzulernen.

Der letzte Tag ermöglichte vor dem Rückflug noch einen Besuch des MNAC, des katalanischen Kunstmuseums. Das zur Weltausstellung 1929 entstandene monumentale Gebäude war ein weiteres Beispiel für die spanisch-katalanischen Verflechtungen. Ursprünglich katalanisch-modernistisch geplant, war dies dem Diktator Primo de Rivera in Madrid zu katalanisch und er setzte einen neuen Architekten mit neuen Plänen ein. Die Katalanen hingegen bekamen es noch hin, den Platz mit vier Säulen zu rahmen, in denen sie bis heute ihre Nationalflagge, die senyera, erkennen. Bereits in der Woche nach den Osterferien empfängt das Franziskus Gymnasium den Gegenbesuch aus Sant Cugat, dann wahrscheinlich wieder mit spannenden Neuigkeiten darüber, wie sich nach den Wahlen die Zukunft Spaniens und Kataloniens entwickeln könnte.