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Details zur Veranstaltung

06.11.2026

Geschichte hautnah erleben: Professorin und Schindler-Forscherin Erika Rosenberg zu Gast am Franziskus Gymnasium

Zwei intensive und bewegende Projekttage erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 am Franziskus Gymnasium. Zu Gast war die Professorin, Autorin und renommierte Forscherin Erika Rosenberg, die sich seit vielen Jahren mit der Geschichte von Oskar und Emilie Schindler sowie den Schicksalen der von ihnen geretteten Menschen beschäftigt. Das Projekt fand im Rahmen der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt und setzte sich mit Fragen von Menschlichkeit, Zivilcourage, Verantwortung und moralischen Entscheidungen auseinander.

 

Im Mittelpunkt der beiden Tage stand die intensive Auseinandersetzung mit der Familie Schindler und der Zeit des Nationalsozialismus. Dafür hatte Erika Rosenberg eigens Materialien aus ihrem privaten Forschungsarchiv zusammengestellt, die sie den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stellte. Anhand historischer Quellen beschäftigten sich die Jugendlichen mit unterschiedlichen Themenbereichen: dem Leben und Wirken von Emilie und Oskar Schindler, den Berichten und Aussagen von Überlebenden, der filmischen Aufarbeitung der Geschichte durch Steven Spielberg sowie der Person des NS-Täters Amon Göth.

In verschiedenen Workshops arbeiteten die Schülerinnen und Schüler eigenständig mit den historischen Dokumenten. Sie untersuchten Quellen, verglichen Aussagen und setzten sich mit den unterschiedlichen Perspektiven der damaligen Zeit auseinander. Anschließend bereiteten sie ihre Ergebnisse auf und stellten diese in Präsentationen vor.

Dabei ging es nicht nur darum, historische Fakten kennenzulernen. Vielmehr sollten die Jugendlichen nachvollziehen, welche Entscheidungen Menschen unter den extremen Bedingungen der nationalsozialistischen Diktatur treffen mussten und welche weitreichenden Folgen diese Entscheidungen für das Leben anderer Menschen hatten. Besonders eindrücklich wurde dabei deutlich, wie eng individuelle Schicksale mit dem Mut, der Verantwortung und dem Handeln einzelner Personen verbunden sein können.

Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Erika Rosenberg zum Thema „Was ist ein Held?“. Ausgehend von ihren langjährigen Forschungen und persönlichen Begegnungen mit Zeitzeugen regte sie die Schülerinnen und Schüler dazu an, über den Begriff des Heldentums nachzudenken. Ist ein Held jemand, der außergewöhnliche Taten vollbringt, oder vielmehr ein Mensch, der in einer schwierigen Situation Verantwortung übernimmt und trotz persönlicher Risiken das Richtige tut? Anhand der Geschichte von Oskar und Emilie Schindler verdeutlichte Rosenberg, dass Menschlichkeit und Zivilcourage gerade dann von besonderer Bedeutung sind, wenn Wegsehen der einfachere Weg wäre.

Darüber hinaus berichtete sie anschaulich von ihrer eigenen Forschungsarbeit, ihren Recherchen und den Begegnungen, die ihre Beschäftigung mit der Familie Schindler geprägt haben. Durch ihre persönlichen Einblicke wurde Geschichte für die Jugendlichen besonders greifbar. Die Schülerinnen und Schüler erhielten die seltene Gelegenheit, historische Quellen unmittelbar aus dem Archiv einer ausgewiesenen Forscherin kennenzulernen und Fragen direkt an eine Expertin zu richten.

Die beiden Tage fordern dazu auf, das eigene Handeln zu hinterfragen, Verantwortung zu übernehmen und sich entschieden gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus einzusetzen.

Frau Rosenberg lobte die ausgezeichnete Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler durch die Geschichtslehrer, das sei nicht selbstverständlich, so Rosenberg. 

Das Projekt wurde vom Freundeskreis des Franziskus Gymanisums unterstützt, dafür gilt unser herzlichster Dank!

Der Besuch von Erika Rosenberg leistet einen wichtigen Beitrag zum Profil des Franziskus Gymnasiums als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Schülerinnen und Schüler nahmen nicht nur neue historische Erkenntnisse mit, sondern auch eine zentrale Botschaft: Jeder Mensch steht vor Entscheidungen – und manchmal kann eine einzige Entscheidung das Leben eines anderen Menschen grundlegend verändern.