Das FE-Projekt ist seit Jahren fester Bestandteil des Schullebens am Franziskus Gymnasium. In Klasse 9 werden Schülerinnen und Schüler dazu eingeladen, das, was sie im Religionsunterricht und im Schulleben über franziskanische Werte lernen in die eigene Lebenswirklichkeit zu übertragen. Die Franziskanische Erfahrung ist kein abstraktes Bildungsprogramm, sondern eine Einladung: Schau genau hin. Triff Menschen, die am Rand stehen. Und frag dich, was du tun kannst. Genau in diesem Geist entstand die Idee, Hygieneartikel zu sammeln – Dinge des täglichen Bedarfs, die für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit sind, für Wohnungslose aber häufig unzugänglich bleiben.
Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife, Sonnencreme, Shampoo, Deos, Rasierer, Feuchttücher – die Liste der gesammelten Gegenstände klingt unscheinbar. Doch gerade das macht deutlich, worum es bei dieser Aktion wirklich geht: um das Recht auf ein Mindestmaß an Körperpflege, auf Sauberkeit, auf Würde. Die Schülerinnen und Schüler organisierten die Sammlung eigenständig, warben in der Schulgemeinde für ihre Aktion und nahmen Spenden aus Mitschülerschaft, Lehrerkollegium und Elternschaft entgegen.
Lars Eigenbrodt, Schulsozialarbeiter am Franziskus Gymnasium, ist nicht nur professioneller Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler in schwierigen Lebenssituationen – er bringt auch persönliches Engagement mit, das über den Schulalltag hinausgeht. Mit seinem Netzwerk „Haste mal ne Jacke“ hat er eine informelle, aber wirkungsvolle Struktur aufgebaut, die Sachspenden und helfende Hände mit Menschen verbindet, die beides dringend brauchen. Die Hygieneartikel aus der Schulaktion gibt er weiter an Trott-war, ein bekanntes Straßenmagazin aus Stuttgart, das nicht nur eine Zeitung herausgibt, sondern im Herzen der Stadt niedrigschwellige Unterstützung für wohnungslose Menschen organisiert. Über diesen Kanal gelangen die Spenden direkt zu den Menschen, für die sie gedacht waren.
Was bleibt, wenn eine solche Aktion endet? Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur Hygieneartikel gesammelt – sie haben erfahren, dass Handeln möglich ist. Dass man nicht erst erwachsen sein muss, um etwas zu bewirken.
Das FE-Projekt hat in diesem Jahr einmal mehr gezeigt, was franziskanische Pädagogik im Kern meint: nicht das Reden über Werte, sondern das Umsetzen und Leben von Werten.






