Im Zentrum des Projekts steht die Idee, dass nicht alle Lernenden im gleichen Tempo oder auf dem gleichen sprachlichen Niveau arbeiten müssen. Stattdessen erhalten die Jugendlichen verschiedene Lernpfade, die sich an ihren individuellen Fähigkeiten orientierten. Die Aufgaben reichen von grundlegenden Verständnisübungen bis hin zu kreativen und analytischen Projekten und sind auf unterschiedlichen Niveaustufen angelegt: einfachere Aufgaben, wie Wortschatzarbeit und kurze Zusammenfassungen, mittleres Niveau, wie Charakterisierungen und Perspektivwechsel, anspruchsvolle Aufgaben, wie kreative Schreibaufgaben oder Diskussion gesellschaftlicher Themen aus dem Buch. So kann jede*r auf einem passenden Level arbeiten, ohne den Anschluss zu verlieren oder unterfordert zu sein.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Öffnung der Klassenstruktur. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten nicht nur in ihren gewohnten Gruppen, sondern klassenübergreifend in Projektteams, was die kommende Mischung der Jugendlichen in Klassenstufe 9 unterstützen soll. Außerdem bringt diese Form der Zusammenarbeit die Vorteile, dass bei heterogenen Mischungen stärkere Lernende andere unterstützen können und unterschiedliche Perspektiven die Ergebnisse bereichern. Gleichzeitig wird Verantwortung neu verteilt: Die Lernenden organisieren ihre Arbeit selbst, planen Aufgaben und unterstützen sich gegenseitig.
In diesem Projekt wandelte sich die Rolle der Lehrkräfte deutlich. Statt den Unterricht zu steuern, begleiten sie die Lernprozesse als Lerncoaches und unterstützen bei Schwierigkeiten individuell. Diese Begleitung ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, zunehmend eigenständig zu arbeiten und Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu entwickeln.
Das Projekt zeigt, dass moderner Englischunterricht weit über Grammatik, Vokabeln und die Arbeit mit dem Lehrwerk hinausgeht. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Selbstorganisation, Teamfähigkeit und interkulturelles Verständnis.
Das klassenübergreifende Projekt zur Lektüre Underground NY ist ein Beispiel dafür, wie Unterricht neu gedacht werden kann. Durch selbstorganisiertes Lernen, Differenzierung und Kooperation entsteht eine Lernumgebung, die alle Schülerinnen und Schüler erreicht. So wird Englischunterricht zu einem Raum, in dem nicht nur Sprache gelernt wird – sondern auch wichtige Kompetenzen für die Zukunft.





